Chronik des Tambourcorps
Chronist: Josef Brüggen
Vom Spielmannszug zum Tambourcorps.
Schon früh benutzten die Menschen verschiedene Geräte und Gegenstände wie Muscheln und Hörner zur Signalgebung. Die Entwicklung der Menschheit brachte es mit sich, dass diese Geräte verfeinert wurden und neue hinzukamen. Die bekanntesten Geräte, die man nun schon Instrumente nennen konnte, waren Hörner, Dudelsack, Trommel, Trompeten und Pfeifen . Sie fanden natürlich auch bei Landsknechten und Söldnern des Mittelalters Verwendung. Für die Heerführer wäre es damals unmöglich gewesen, große Heere mit Reitern, Lanzenträgern und Musketieren ohne akustische Signale zu kommandieren. Ob es auf dem Schlachtfeld hieß Angriff, Rückzug, Feuern oder im Feldlager Zapfenstreich, Wecken, Sammeln, Locken oder Vergattern, stets erfolgte dieses Kommando durch die in der Einheit befindlichen Feldtrompeter, Heerpauker oder Hornisten. Einer geordneten Militärmusik begegnet man erstmals 15. / 16. Jahrhundert. Hier waren die Landsknechte das erste geordnete Fußvolk, die Grundlage der späteren Heere. Mit Einführung des Gleichschritts, setzte sich die Entwicklung der Militärmusik fort. Dieser Zeitpunkt kann als die Geburtsstunde der Marschmusik bezeichnet werden.
Schon bei den Landsknechten wurde die Fahne vom „ Spiel „ begleitet, welche aus einem Trommelschläger und eine Querpfeifer bestand. Es spielte einfache Weisen, gab den Takt beim Marsch an und begleitete die Landsknechte bei Liedern, die sich zum Singen im Gehen eigneten. Die Hauptaufgabe der „ Spielleute „ bestand aber weiterhin in der Signalgebung im Felde.
Dieses Spiel blieb seitdem für das deutsche Fußvolk typisch, und so nannte man Trommler und Pfeifer auch „ Spielleute „. Bei jedem Fähnlein war ein Trommler und ein Pfeifer, und da jedes Regiment bis zu 16. Fähnlein hatte, konnten diese innerhalb des Regiments zu einem stattlichen Spielmannszug zusammengestellt werden.
Zog eines dieser Wilden und rauen Landsknechtsregimenter durch eine Stadt, wollte man sich von der beste Seite zeigen. Sogleich hieß es „Trommler und Pfeiffer nach vorn“, und man zog mit „singendem und klingendem Spiel“ ein. Geführt wurde dieser Regiments-Spielmannszug durch den Regimentstrommler, der stets in einem höheren Dienstgrad als ein anderer Musiker stand. Damit hatten wir unser erstes Tambourcorps mit dem Tambour an der Spitze.
Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die Zusammensetzungen in Uniform und Ausrüstung der Militärmusiker. So hatte z.B. unter Friedrich Wilhelm, den großen Kurfürst, jede Infanterie-Kompanie 3 Trommler und 1 Pfeifer. Beim Regimentsstab gab es zudem den Regimentstambour, der für die Ausbildung der Spielleute und für die Signalgebung verantwortlich war. Der Aufgabenbereich blieb aber grundsätzlich der Gleiche.
In der Zeit vor dem 2.Weltkrieg stabilisierte sich die Entwicklung dahingehend, dass jede Kompanie 2.Trommler und 2.Pfeiffer hatte. Ein Bataillon zu vier kompletten Infanterie-Kompanien hatte somit 8.Trommler und 8.Pfeiffer. Dieser Musikzug stand unter dem Kommando des Bataillon-Tambour.
Die im zivilen Bereich geschaffenen Tambourcorps richteten sich lange Zeit, bezüglich Personalstärke, Uniformen und Ausrüstung, nach ihren militärischen Vorbildern. Auch die Ausbildung übernahmen häufig aus dem aktiven Militärdienst ausgeschiedene Militärmusiker.
Um den Klangkörper der Corps zu verbessern und um Melodiemärsche zu intonieren, wurden später andere Instrumente wie Pauken, Becken und Lyra hinzugenommen. Auch personell stockte man auf: Tambourcorps mit einer Spielstärke zwischen 30 – 40 Musiker sind heute keine Seltenheit.
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Chronik
Tambourcorps "Amicitia" Nettesheim-Butzheim von 1919
Chronisten: Peter Schotten, Helmut Dotten, Markus Holz
Die Gründung
Anno 1948, 3 Monate nach der Währungsreform, war wieder einmal Schützenfest in Nettesheim-Butzheim, eines der ersten nach dem II. Weltkrieg. Am Kirmessonntag diskutierte der damalige Vorstand der St. Sebastianus Schützenbruderschaft (Wilhelm Balzer aus Nettesheim) in der Gaststätte Peter Rasten an der Kirche über die hohen Kosten des Schützenfestes. Insbesondere wurden die Kosten für die Musikkapelle und das Tambourcorps besprochen. Hier muss eingeflochten werden, dass zu diesem Zeitpunkt noch ein auswärtiges Tambourcorps verpflichtet und bezahlt werden musste. Dieser Unterhaltung hatte der aus Gohr stammende und in Butzheim wohnende Kaspar Schlaf zugehört und mit dem Vorstand um einen Kasten Bier gewettet, im nächsten Jahr ein eigenes Tambourcorps zu haben. Der Vorstand sagte eine Unterstützung von 400,- DM zu, die Herr Schlaf jedoch nie gesehen hat. Nachdem das Schützenfest verklungen war, besann sich Herr Schlaf auf ein 1919 gegründetes Tambourcorps, welches jedoch infolge des zweiten Weltkrieges aufgegeben werden musste. An dieser Stelle ist noch zu erwähnen, dass das 1919 gegründete Tambourcorps in der Gaststätte Peter Rasten aus der Taufe gehoben wurde.
Die Namensgebung
Als die damaligen Gründer keinen Namen für das Tambourcorps finden konnten, schaltete sich der Gastwirt Peter Rasten ein und meinte: "Nennt es doch einfach Amicitia!" Als sich niemand zu dem Namen äußerte, war den Gesichtern wohl zu entnehmen, dass dieses Fremdwort keine Aussagekraft für die Anwesenden hatte. Daraufhin rief der Gastwirt seine Ehefrau Katharina aus der Küche und sagte: "Sag den Herren einmal, was Amicitia zu deutsch heißt!" Aufklärend sagte Katharina: "Amicitia kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Einigkeit und Freundschaft!" So kam das Tambourcorps zu seinem Namen, welcher bei der Neugründung 1949 übernommen wurde.
Der Anfang
In Anbetracht der Wette suchte Herr Schlaf nun die aus dem II. Weltkrieg zurückgekehrten Spielleute auf, mobilisierte einige und konnte auch Akteure, die schon in Ihren Heimatorten tätig waren und nach Nettesheim-Butzheim gezogen waren, gewinnen. Leider sahen viele Kameraden der Anfangsjahre ihre Heimat nach dem Kriege nicht wieder, aber es musste weiter gehen. Mit noch ein paar jüngeren Leuten konnten nun auf noch vorhandenen alten Holzflöten und zusammengebastelten Trommeln, sowie hinzu gekauften neuen Instrumenten, die Kaspar Schlaf vorfinanzierte, die Übungsstunden beginnen. Geprobt wurde am Stromhäuschen bei Leuffen oder auf der Bachbrücke des Gillbachs.
Zum Schützenfest 1949 konnte dann tatsächlich ein eigenes Tambourcorps aufspielen, dem der Gründer und Mäzen Kaspar Schlaf als Tambourmajor voranging. Die Querflöten wurden von Otto Fröhling (Vorsitzender), Wilhelm Maaßen, Josef Maaßen, Franz Maaßen, Johannes Wolf und Johann Stein gespielt. Die Tamboure waren Heinz Elswyck, Johann Stoffels, Josef Hansen, Adam Hansen und Gottfried Kremer. Der Anfang war gemacht. Von nun an wuchs der Verein und auch sein Begehren, doch sehr viele der Neuzugänge verließen aus verschiedensten Gründen nach ein paar Jahren den Verein wieder. Die Zahl der auf diese Weise verloren gegangenen Mitglieder ist auf die Zeit des Bestehens mit 60 Köpfen nicht zu hoch angesetzt.
Die Führung des Corps
Erster Vorsitzender des Vereins wurde 1949 Otto Fröhling, der den Verein in seinen ersten Jahren leitete, bevor dann 1955 Heinz Elswyck den Vorsitz des Tambourcorps übernahm. Unter seiner Führung wuchs der Verein kontinuierlich an, und wurde auch über die Grenzen von Nettesheim-Butzheim hinaus bekannt. Aus gesundheitlichen Gründen gab er den Vorsitz 1984 nach 29 Jahren an Peter Schotten ab. In den 80er und 90er Jahren wuchs der Verein stetig an. Auch zu größeren Schützenfesten konnte aufgespielt werden. Im Jahre 1998 übernahm dann bis 2002 Helmut Dotten die Geschicke des Vereins. Höhepunkt seiner Amtszeit war sicherlich die Ernennung zum Bundestambourcorps im Jahre 1998. Ab 2002 wurde der Verein dann von Oliver Tepper geführt. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass 2003 ein Schellenbaum angeschafft werden konnte. Ihm folgte dann 2003 Michael Schmitz, der wesentlich dazu beigetragen hat, dass viele neue Mitglieder zu uns fanden und somit die Auftrittsfähigkeit der Vereins sicher stellen. Seit 2007 ist nun Uwe Elendt 1. Vorsitzender des Vereins
Die Stabführung des Vereins übernahm 1949 der Gründer und Mäzen des Vereins Kaspar Schlaf. 38 Jahre lang führte er das Tambourcorps als Tambourmajor an, bis ihm 1986 eine schwere Krankheit den Tambourstab aus der Hand nahm. 1986 übernahm dann Josef Brüggen das Amt des Tambourmajors. Unter seiner Stabführung wuchs der Verein kontinuierlich an. Auch die Verschönerungen der Uniformen waren Idee von Josef Brüggen. Ihm wurde daher auch 2002 das St. Sebastianus-Ehrenschild verliehen. Im Jahre 2000 übernahm Markus Holz das Amt des Tambourmajors.
Leider weilen viele unserer Freunde, die viel für unseren Verein getan haben, nicht mehr unter uns. Wir werden ihnen aber immer ein ehrendes Andenken bewahren. Ohne diese Spielkameraden hätten wir heute kein solches Tambourcorps!
Das Vereinsgeschehen
Uniformen waren anfangs noch nicht vorhanden, aber bald wurden gebrauchte, dunkelblaue Uniformen und Mützen gekauft. Schwarze sowie weiße Hosen waren und sind bis heute noch Privateigentum. Nun kam die Zeit der Tambourfeste. Anfang der 50er Jahre war es vielerorts üblich, Tambourfeste zu veranstalten. Im Detail sah so ein Fest folgendermaßen aus: Im Frühjahr wurden etwa sieben bis zehn Tambourcorps der Umgebung schriftlich eingeladen und ein Gegenbesuch garantiert. An dem bestimmten Sonntag wurden die Corps, die meist mit dem Fahrrad anreisten, am Ortseingang von zwei hiesigen Spielleuten empfangen. Mit einem zünftigen Marsch zog das Corps, von wie hiesigen Spielleuten neben dem Tambourmajor flankiert, ins Dorf ein. Im Anschluss bewegte sich dann ein Festzug von Tambourcorps, welche nacheinander spielten, durch unsere Orte Nettesheim und Butzheim. Vor Beginn wurde von jedem Festzugteilnehmer als sog. Startgeld 1,- DM kassiert, das in die Vereinskasse floss.
Mit einem Tambourball am Abend wurde der Tag beschlossen. Die an den Tambourfesten beteiligten Corps kamen in der Regel aus den Orten Anstel, Evinghoven, Widdeshoven, Oekoven, Eckum, Allrath, Frimmersdorf, Orken, Elsen-Fürth, Straberg, Nievenheim, Gohr und Pulheim. Für den Gegenbesuch in den vorgenannten Orten diente das Fahrrad. Die Trommeln wurden mit Schnüren versehen und auf dem Rücken transportiert. Im folgenden waren Wettstreits an der Tagesordnung, von denen sich unser Tambourcorps jedoch distanzierte.
In den 60er Jahren beteiligte sich das Tambourcorps gestalterisch und finanziell an einer jährlich durchgeführten Altenfeier, welche von den Ortsvereinen getragen wurde. Ebenfalls in den 60er Jahren erlebte das Tambourcorps seinen ersten personellen Höchststand. In einem Jahr zur Kirmes konnte der Verein es sich leisten, in zwei Gruppen zu je 15-16 Köpfen zu spielen. In den gleichen Jahren wurden neue Uniformen in der Farbe grau-blau mit gold- und silberfarbenen Schwalbennestern abgesetzt, beim Schneider Weibeler in Anstel bestellt. Ebenso wurden vom gleichen Stoff auch neue Mützen beschafft.
Um die Geselligkeit zu pflegen, sind wechselweise gemütliche Abende, Kegelabende, Weihnachtsfeiern und auch einige Busausflüge veranstaltet worden. In der neueren Zeit werden Grillabende veranstaltet. Viele Jahre hindurch ließ es sich Heinz Elswyck nicht nehmen, seinen Namenstag im Kreise des Tambourcorps zu feiern.
Um die Vereinskasse etwas aufzubessern wurde hier und da ein Tanzabend abgehalten. Mit der Zeit lohnte es sich jedoch immer weniger, da nach Abzug der Kosten (hauptsächlich Musikkosten) nichts mehr übrig blieb. Der Verein lebte in erster Linie vom Monatsbeitrag der Corpsmitglieder. Inzwischen war eine Instrumentenneuheit auf dem Markt erschienen. Die Musikgeschäfte boten Querflöten aus Bakelit an. Diese angeschafften Flöten hielten zwar besser den Ton als die Holzflöten, hatten jedoch wegen der großen Bruchgefahr keine Zukunft. Etwas später kamen Metallflöten auf den Markt, die bis heute benutzt werden. Bei den Trommeln kam ebenfalls eine Neuheit heraus. Schöne verchromte Kessel und Reifen lösten die herkömmlichen Trommeln, bei denen die Kessel aus Messing und die Reifen in Dreiecksform wechselweise in den Farben grau und gelb gestrichen waren, ab. Die Ziegenfelle wurden durch Nylonfelle ersetzt.
In den 70er Jahren mussten wieder neue Uniformen gekauft werden. Man blieb bei der gleichen Farbe und kaufte gleich einen ganzen Ballen Stoff. Dieses Mal wurden die Uniformen und Mützen in der Uniformschneiderei Schumacher in Norf anfertigen lassen.
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre war das erlernte Marschrepertoir so groß und modern, dass man damit in der näheren Umgebung aufmerksam wurde. So konnte etwa 10 Jahre lang zum Rommerskirchener Schützenfest an allen drei Tagen die Marschmusik übernommen werden. Nachdem es immer schwieriger wurde am Kirmesdienstag genügend Spielleute infolge Berufstätigkeit zusammen zu bekommen, beschränkte man sich auf das Spielen von Festzügen an Sonn- und Feiertagen. Es wurden auch schon einmal Lohnausfälle vergütet, jedoch blieb hierbei das sonntags eingespielte Geld dienstags auf der Strecke. Das Spielen von einzelnen Festumzügen erstreckte sich dann auf die Orte Stommeln, Pulheim und Büsdorf. Um die Uniformen zu schonen, aber auch der Bequemlichkeit wegen, wurden einheitliche Hemden mit kurzem Ärmel gekauft und an heißen Tagen angezogen.
In diesen Jahren hat das Tambourcorps sich auch auf Karnevalsmusik eingestellt und spielt bis heute die Karnevalsumzüge in Stommeln und Stommelner Busch bzw. Anstel. Eigens hierfür wurde warme Kleidung (blaue Seemannspullover) gekauft. Zum Spielbetrieb im Ort ist zu sagen, dass seit eh und je für das Spielen am Heimatfest von der Schützenbruderschaft nur ein kleiner Betrag erhoben wurde, dafür aber beim Kirchgang beim Oberstehrenabend sowie am Sebastianustage unentgeltlich aufgespielt wurde. Bei Goldhochzeiten war und ist es immer noch üblich, im Rahmen der Ortsvereine an der Festgestaltung am Hause teilzunehmen. Eine weitere gute Tat begeht das Tambourcorps beim Martinszug. Hat es einst auch für das Spielen eine Tüte und einen Weckmann und später nur einen Weckmann je Mitspieler gegeben, so wird seit 15 Jahren unentgeltlich gespielt.
Besondere Höhepunkte in der Vergangenheit brachten die Jahre 1952/53, 1960/61 und 2001/02, in denen das Tambourcorps den Schützenkönig stellte. 1952/53 errang Kaspar Schlaf die Ehre und 1960/61 war es Gerhard Brüggen. 40 Jahre später konnte dann sein Sohn Josef Brüggen 2001/02 die Königswürde der Bruderschaft erringen.
Die 80er Jahre brachten dann vor allem nach der 1000-Jahr-Feier einen unerwarteten personellen Aufschwung, der lange anhielt. 1989 konnte dann das 70jährige Jubiläum mit einem Tambourball und einem großen Festzug, den die Tambourcorps der Großgemeinde Rommerskirchen verschönerten gefeiert werden.
In den 90er Jahren bestand das Tambourcorps immer aus 35-40 aktiven Mitgliedern. In dieser Zeit wurden die Unformen verändert. Die Röcke wurden mit Schulterklappen und Kragenspiegeln versehen, während die blauen Mützen mit Eichenkränzen bestückt wurden. Zusätzlich wurden weiße Mützen angeschafft, die fortan immer zur weißen Hose getragen werden. Zusätzlich wurden die Uniformen durch blaue Hemden und weiße Koppel verschönert.
Ferner wurden Dienstränge eingeführt. Die dazugehörenden Abzeichen wurden von Bernd Böhm gestiftet.
Auch auf dem Instrumentenmarkt gab es Neuerungen. So schaffte das Corps sich neue Paradetrommeln (teilweise wurden diese gespendet) sowie neue Lyren an. Dankenswerterweise wurden auch zwei der vier Lyren gespendet.
Da in unserem Corps die Zahl der Kinder zunahm, wurde nach Jahren die Weihnachtsfeier wieder eingeführt, die seitdem Jung und Alt erfreut. Auch auf der Hardthöhe, anläßlich der Verabschiedung eines hohen Offiziers konnten das Tambourcorps auf Einladung des damaligen Bundesverteidigungsministers Volker Rühe einem großen Zapfenstreich beiwohnen. Zusätzlich besuchte man mehrmals das NATO-Musikfest in Bökelbergstadion Mönchengladbach. Ein absoluter Höhepunkt brachte das Jahr 1998. In diesem Jahr wurde das Tambourcorps am Schützenfest-Dienstag vom Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaft mit dem Ehrentitel "Bundestambourcorps" ausgezeichnet. Daher spielen wir seitdem jährlich auf dem Bundesköniginnentag auf, der uns bereits bis in die Nähe von Paderborn führte. Zusätzlich gab es einiges zu feiern. So wurden unsere Jubiläen 75 und 80 Jahre Amicitia in gebührendem Rahmen in der Begegnungsstätte und im Schützenhaus Frixheim gefeiert.
Aber auch innerhalb der Bruderschaft konnten Mitglieder des Tambourcorps einige Erfolge erringen. So stellte das Corps in den 90er Jahren mehrfach den Schüler- bzw. Bruderschaftsprinzen. Auch den Titel des Bezirksprinzen und Bezirksschülerprinzen konnten Mitglieder des Vereins erringen.
Ende der 90er Jahre gelang es uns erstmals beim Neusser Bürger-Schützenfest aufzuspielen.
Der Jahrtausendwechsel brachte einige tiefgreifende Änderungen mit sich. Da viele unserer Flötisten auswärts wohnten, und auch nur schwer männlicher Nachwuchs für das Flötenspiel zu begeistern war, wurde der Verein nun auch für weibliche aktive Mitglieder geöffnet. Diese galt es nun auszubilden. Besonderer Dank gilt da allen Ausbildern, die über all die Jahre ihre Zeit zum Wohle des Vereins geopfert haben.
Aber es gab noch weitere Änderungen. Die Jugendarbeit wurde ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Michael Krey, Bernd Böhm und Andreas Bühner veranstalten die jüngeren Mitglieder unseres Corps mehrere seperate Veranstaltungen im Laufe des Jahres, an denen sie mit Begeisterung teilnehmen. So stehen jedes Jahr Kegeln, Bowling und vor allem ein großes Zeltlager auf dem Programm. Besonderer Dank gilt dabei den Initiatoren, die anfangs diese Aktivitäten selbst finanziert haben, bevor der Aktivenbeitrag erhöht wurde.
Auch auf Bruderschaftsebene engagierte sich unser Verein stark. So konnte der Große Zapfenstreich unter der Federführung des Tambourcorps in Nettesheim-Butzheim verändert werden. Nun wird der Original-Aufmarsch gespielt, Pechfackeln verschönern das Bild. So ist die Veranstaltung an die der Bundeswehr angelehnt.
Ein besonderes Jahr war wie schon erwähnt das Jahr 2001/2002, in dem das Tambourcorps mit S.M. Josef VI. und Königin Gerti Brüggen das Schützenkönigspaar der Bruderschaft stellte
Eine weitere Großanschaffung stand 2003 an. Die Bezirkskonferenz unterstütze die Anschaffung eines Schellenbaums, so dass dieser im Frühjahr 2003 angeschafft werden konnte, und seitdem das Auftreten unseres Korps verschönern. Erste Träger waren Martin und Hans-Peter Textoris, die sich spontan dazu bereit erklärt haben.